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Schule im Kino: Eindrücke vom Kinotag der Geneststraße.

selmaMitte November war Kinotag in der Geneststraße und über zweihundert TeilnehmerInnen aus unseren unterschiedlichen Schulen haben sich morgens um kurz vor neun im Odeon-Kino an der Hauptstraße in Schöneberg getroffen, um gemeinsam ›Selma‹ anzusehen.

Im Film ›Selma‹ geht es um den bewegenden, gewaltlosen Kampf der Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King, die um das Wahlrecht für die aforamerikanische Bevölkerung der USA ringt. Ganz zentral sind im Film die Selma-nach-Montgomery-Märsche aus dem Jahr 1965. Deshalb ist ›Selma‹ auch namensgebend für den Film von Regisseurin Ava DuVernay aus dem Jahr 2014.

Die Organisations-Crew hat sich für diesen Film entschieden, weil er ihnen – obwohl Geschichtsdrama – nach wie vor aktuell erscheint für Themen, die uns alle auch heute betreffen: Rassismus, Ausgrenzung, Ungerechtigkeit. Damit fiel die Wahl auf die Auseinandersetzung mit einem Anliegen, das uns im Rahmen aller Projekte unserers SOR-Projekts – ›Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‹ intensiv beschäftigt.

War es ganz zu Beginn noch recht unruhig im Kinosaal – bis alle sich eingerichtet hatten und am Popcorn knusperten, so wich diese Unruhe nach kurzer Zeit einer großen Gebanntheit und stellenweise auch großer Betroffenheit der Teilnehmenden, denn Selma ist alles andere als ein Popcorn-Film zum Wohlfühlen, sondern regt zur Auseinandersetzung und zum Nachdenken an.

In diese Auseinandersetzung ging es – zurück in der Schule angekommen – anschließend in den einzelnen Klassen. Das Besondere: Die TeilnehmerInnen der Ausbildungsgänge Sozialassistenz, Altenpflege und Heilerziehungspflege haben auf der Basis von Arbeitsanregungen und Brainstormings zum Großteil selbst entschieden, welche Themen und Aspekte sie in einer Erarbeitung vertiefen oder diskutieren möchten. So haben einige ein Charakterprofil von Martin Luther King erstellt, andere sind der Frage nachgegangen, ob er in ihren Augen ein typischer ›Held‹ ist, der auch heute noch ein Vorbild sein kann. Die Rolle der Medien und der Berichterstattung in Form von Bildern für die Bürgerrechtsbewegung wurde untersucht und auch die Bedeutung, die Religion für Martin Luther King (auf der Basis der filmischen Darstellung) hatte.

Engagierte Diskussionen gab es auch zu der Frage, die ein Reporter im Film stellt: »Ist die Bürgerrechtsbewegung wirklich gewaltfrei, wenn sie Gewalt bewusst provoziert?« Hier gingen die Meinungen durchaus auseinander und die Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit diesen Fragen war intensiv und konstruktiv.

Eine andere Klasse aus dem Ausbildungsgang Sozialassistenz hat den Film zum Anlass genommen, nach möglichen Gründen für rassistische Positionen in unserer Zeit zu suchen und sich zu fragen, wie man ihnen am besten begegnen kann – ganz gleich ob privat oder im Beruf.

Nach viel angeregter Diskussion, Auseinandersetzung und kleinen Präsentationen zum Thema gingen die Teilnehmenden am Ende des Schultages zufrieden, aber auch nachdenklich auseinander. Die Themen sind ganz offenbar mit diesem Tag nicht abgeschlossen – was auch das Organisationsteam freut, denn dass das Nachdenken nach der Schule weitergeht, haben sich natürlich alle Beteiligten gewünscht.

Das Organisationsteam schaute anschließend zufrieden auf diesen Ausnahme-Tag und beschloss: So ein Kinotag soll unbedingt wiederholt werden. Und dank des Sponsorings, durch eine Beteiligung von Campus an den Kosten der Karten für die einzelnen TeilnehmerInnen, war das Ganze für alle überaus erschwinglich und kann so ganz bestimmt auch für alle wieder einmal möglich sein!

Die BIlder zeigen Impressionen aus den Arbeitsgruppen der Klassen Soz 19 und Soz 22.

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Links:

Interessantes Begleitmaterial zum Film:

http://www.selma.studiocanal.de/download/Selma_Filmpaedagogisches_Begleitmaterial.pdf