Archiv des Autors: Sebastian Wala

Auslandspraktikum in Totnes (England)

Die Erzieherschülerin Nicole berichtete monatlich von ihrem fünfmonatigem Auslandspraktikum in einer Pre-School in Totnes (England).  Nun neigt sich diese Zeit voller wertvoller Erfahrung für sie dem Ende entgegen. Es ist Zeit für ein Abschlussresümee.

Hallo lieber Leser,

In weniger als zehn Tagen endet meine Zeit in England. Ja, ich kann es selbst kaum glauben, dass das Abendteuer bald vorbei sein wird. Die letzten sechs Arbeitswochen sind, in meinen Augen, viel zu schnell vergangen.

Ich habe in der englischen Pre-School, vergleichbar mit einem deutschen Kindergarten, sehr viele Eindrücke und Erlebnisse sammeln können. Die Kinder sind hier zwischen zwei und vier Jahren alt. In meiner Einrichtung hat jede Erzieherin Bezugskinder, die sie über den Tag betreut. Einmal am Tag kommen die Kinder zu ihren jeweiligen Bezugsgruppen zusammen, wo sie gemeinsam mit ihrer zuständigen Erzieherin eine Aktivität machen. In der Einrichtung bekommen die Kinder sehr viel Zeit zum Freispiel über den Tag zugesprochen. Innerhalb dieser Zeit bieten die Erzieher kleine Aktivitäten an, wo die Kinder selbst entscheiden dürfen, ob sie das Angebot ausprobieren möchten. Zwei Mal am Tag (Mittag und vor Schluss) kommen alle Erzieher und die Kinder der fünf Gruppen zu einem großen Gruppenkreis zusammen. Hier werden Neuigkeiten oder Anliegen besprochen, Lieder gesungen oder kleine Gruppenspiele gespielt. Die Aktivitäten und das Spielen sollen die Kinder unterstützen, ihre benötigten Fähigkeiten für ihr Alter zu erwerben und zu verbessern.

Ich erhielt einen tollen Einblick in das Tätigkeitsfeld eines englischen Erziehers. Ich habe festgestellt, dass ein kleiner Betreuungsschlüssel wesentlich dazu beiträgt, die Motivation und Gesundheit der Mitarbeiter zu stärken. Als Erzieher kann man viel individueller und spezifischer auf das Verhalten eines Kindes eingehen. Dank der guten Organisation im Team und dem kollegialen Arbeitsklima kam kaum Hektik oder Stress am Tag auf.

In all der Zeit in England lebte ich bei einer Gastfamilie. Ich bin wirklich froh, dass ich diese Familie bekommen habe. Ich war ihre erste Austauschschülerin, die aus Deutschland kam und über knapp fünf Monate bei ihnen blieb. Die Gasteltern nehmen schon seit ein paar Jahren Gastschüler auf und sind auf diesem Gebiet quasi Profis. Es gab nicht jeden Abend Fast Food zum Essen oder es gab keinen weiteren Gastschüler im Haus. Das ist nicht immer überall so, worüber ihr euch im Klaren sein müsst.

Ich bin sehr dankbar, dass die Gasteltern so entspannt waren, wenn es um das Thema Weggehen ging. Für sie ist es völlig normal, dass ihre vorherigen Gastschüler an einigen Abenden der Woche zum Pub mit anderen Studenten gegangen sind. In meinem Fall war es so, dass ich an einigen Wochenendtage unterwegs war. Die Eltern gaben mir sehr oft nützliche Tipps für meine Ausflüge auf dem Weg mit, was ich total cool fand.

Jetzt wartet mein Koffer darauf, dass ich so langsam anfange zu packen. Hoffentlich überschreite ich nicht die Kiloanzahl für meine Gepäckstücke! Zu Not schicke ich einen Karton mit allen übrigen Sachen an meiner Mama, welcher ich vorher weiß machen werde, sie erhält eine weitere Postkarte aus England. 😀

Bis bald zum letzten Eintrag

Alles liebe Nicole

 

Auslandspraktikum in Rumänien 3 – Der Abschied naht…

Rebecca aus der Erzieherklasse E18 absolviert ein Auslandspraktikum in Rumänien. Über ihre Erfahrungen während dieses Praktikums verfasst sie regelmäßig kleinere Blogartikel. Hier ist ihr vorläufig letzter Bericht:

Es ist immer wieder dasselbe: Am Anfang bildet man sich ein, dass 5 Monate sich bestimmt wie eine Ewigkeit anfühlen und nie vergehen werden und jetzt, wo mir nur noch wenige Tage meines Praktikums im Timişoara bleiben, wird mir bewusst, wie schnell diese Zeit doch vorbei gegangen ist.

In der vergangenen Woche hatten wir eine Dinosaurier-Themenwoche, was die Kinder sehr begeistert hat, und in der nächsten Woche (meine letzte Woche) kann ich das Faschingsfest mit meiner Gruppe feiern und die Vorbereitungen dafür laufen schon einige Zeit: Es wird wieder ein kleines Bühnenprogramm und ein gemeinsames Essen für die/mit den Eltern geben und alle Kinder freuen sich schon auf das Verkleiden und das Feiern. Die Rumänen feiern und essen gerne gemeinsam; Das und noch Einiges mehr habe ich gelernt. Das Einstellen auf eine neue Kultur, Mentalität, Sprache und andere Umstände war herausfordernd, aber immer spannend.

Das Heimweh hielt sich aufgrund der vielen schönen Momente hier bis jetzt wirklich in Grenzen und es fällt mir schwer zu gehen. Aber trotzdem kann ich dem traurigen Abschied von hier auch mit einem Lächeln entgegen sehen: Meine Familie und Freunde fehlen mir doch.

Ich kann reflektierend und zurückblickend einfach nur sagen, wie dankbar ich für diese Zeit hier bin, für alle neuen Erfahrungen, Freundschaften und alle Höhen und Tiefen. Es war einfach die richtige Entscheidung und der richtige Weg und hat mich total weiter gebracht.

Auslandspraktikum in England

Hallo liebe Leser,

Oh man, die Zeit rast so schnell! Die erste Halbzeit ist nun um. Das ist unglaublich. Ich habe euch ja versprochen, dass ich heute etwas näher auf meine Unternehmungen eingehe.

Gleich Mitte Oktober bin ich für einen Tag nach Stonehenge gefahren. Die großen Steine, wo kein Wissenschaftler genau sagen kann, weshalb dieses Monument eigentlich genau erbaut wurde. In der Nähe liegt die Stadt Salisbury, wo ich noch ein bisschen umhergelaufen bin, bevor ich wieder zurückfahren musste.

Anfang November fuhr ich für vier Tage nach Brighton. Das ist eine Stadt an der Küste des Ärmelkanals, wo es einen tollen Pier gibt. Dieser wurde schon 1899 eröffnet. Heute kann man dort die Fahrgeschäfte und ein Spielkasino für Familien bewundern. Die Stadt lud ebenfalls zum Erkunden ein.

Eigentlich fuhr ich nur zu dieser Stadt, weil die WWE (große Wrestlingfirma in den USA) eine Veranstaltung abhielt, die zu dem Zeitraum auf England Tour war. Zudem konnte ich an dem Abend das erste Mal meine Lieblings Gruppierung The Shield live sehen.

Solche Ausflüge sind natürlich nicht ganz billig! Und es ist selbsterklärend, dass solche Trips nicht jedes Wochenende gemacht werden können. Das braucht man auch nicht, weil die umliegenden Städte (z.B. Plymouth oder Exeter) zum Bummeln einladen. Entweder geht man alleine dorthin, oder man schließt sich einer Gruppe von Sprachschülern an. Andernfalls trifft man sich zusammen zum Mittagessen oder am Abend im Pub „Bay Horse“ in Totnes. Die meisten Schüler gehen aber auch gern Freitagabend in Tourqay feiern.

Und nun steht der Dezember vor der Tür. Jetzt zähle ich die Tage bis zum Abflug nach Deutschland. Ich freue mich darauf, meine Familie und Freunde an den Weihnachtsfeiertagen wiederzusehen.

Euch liebe Leser, wünsche ich gleich, ein schönes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Liebe Grüße

Nicole

PS: Ein paar Bilder von den Orten, die ich besucht habe:

Martinsfest in Rumänien

Dort oben leuchten die Sterne und unten leuchten wir – Martinsfest in Rumänien

Dieses Mal möchte ich euch vom Martins- oder Lichterfest berichten, welches wir im Kindergarten im November gefeiert haben. Aus Deutschland kenne ich dieses Fest als Laternenfest, bei dem die Kinder mit Laternen umher laufen und die altbekannten Laternenlieder singen.

Aber hier wurde das ganze Fest etwas anders gestaltet: Schon ein paar Wochen vor dem Fest begannen wir, die sechs Lieder mit den Kindern „einzuüben“. Im Morgenkreis war die Geschichte vom St. Martin in der Woche des Festes Thema und wurde den Kindern durch unterschiedliche Aktivitäten und Medien vermittelt. Es spielte eine große Rolle, dass die Kinder wissen, was gefeiert wird und warum wir mit den Laternen herumlaufen. Auch was die Laternen anging, machten wir uns als Kollegen schon früh Gedanken und bereiteten Muster für Bärenlaternen (passend zum Namen meiner Gruppe) vor, die an einem Nachmittag jedes Kind mit seinen Eltern in der Kita bastelte.

Am Tag des Festes kam extra Weiterlesen

Auslandspraktikum in Rumänien 2

Rebecca aus der Erzieherklasse E18 absolviert ein Auslandspraktikum in Rumänien. Über ihre Erfahrungen während dieses Praktikums verfasst sie regelmäßig kleinere Blogartikel. Doch lest selbst:

Neues aus Timişoara:

In dem Kindergarten „Kinderwelt“ habe ich mich bereits gut eingelebt und alles kennengelernt. Es gefällt mir sehr gut hier, die Kollegen sind alle super herzlich und hilfsbereit und von meiner Anleiterin kann ich viel lernen. In diesem Blogbeitrag möchte ich von einer besonderen Situation erzählen, die sich vor circa einer Woche ereignete. An einem sonnigen Arbeitstag ging ich wie gewohnt zur Einrichtung und war schon fast am Kita-Eingang, da bemerkte ich eine Bewegung am Wegesrand. Überrascht schaute ich genauer hin: Dort lag eine relativ kleine Eule mit einem seltsam verdrehten Flügel im Gestrüpp. Etwas unschlüssig, was ich tun sollte, machte ich erst mal ein „Beweisfoto“ und ging in den Kindergarten und erzählte diese Geschichte meiner Gruppenleiterin.

Diese konnte da jedoch auch nichts machen, da es hier keinen Weiterlesen

Auslandspraktikum in Rumänien

 Eine stürmische Begrüßung:

Ein Praktikum in Timisoara, Rumänien. Dass das eine Herausforderung darstellen würde, dessen war ich mir schon lange vorher bewusst, aber mit diesem Start hätte ich nicht gerechnet. Einen Tag vor Praktikumsbeginn in einem Kindergarten in der Vorschulgruppe kam ich an. Abends wollte ich mich dann mit meiner Praxisanleiterin treffen und in meiner Unterkunft „einziehen“. Doch vorher hatte ich noch Zeit, mich mit der Stadt ein bisschen vertrauter zu machen und trotz grauem Wetter und dicken Wolken sprudelte ich vor Aufregung und Neugier, was mich erwarten würde. Ich war vielleicht eine halbe Stunde angekommen, da bemerkte ich den immer stärker werdenden Wind und seltsame Wolkenformationen, die sich zu mehreren Strudeln bildeten und immer näher kamen. Gerade befand ich mich auf dem Parkplatz eines Kauflandes und als die ersten Schilder umher flogen und mir der Sand in die Augen kam, rettete ich mich mit vielen Anderen in den Laden.

Später berichteten mir Freunde aus Deutschland, dass sie davon in den Nachrichten gehört hätten, was für ein großes Unwetter in Timisoara gewütet hatte, was sogar mehrere Todesopfer und viele Verletzte mit sich gebracht hatteL. In weiten Teilen der Stadt und im Umland waren stundenlang die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen. Überall lagen umgekippte LKWs, es hingen umgeknickte Werbeschilder auf den Straßen und es waren viele Äste abgebrochen und zum Beispiel auf Autos gekippt. Ich kann nur sagen: Gott sei so Dank, dass meinen Lieben, die mich mit dem Auto hingefahren haben, und mir nichts passiert ist! Trotzdem bin ich umso bestürzter über die vielen traurigen Folgen.

Am nächsten Morgen stand der erste Arbeitstag vor der Tür. Da die Kita etwas außerhalb lag, gab es das eben benannte Problem: Kein fließendes Wasser und kein Strom. Dazu kam, dass einige der Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfielen, aber auch nur sehr wenige Kinder kamen. Meinen ersten Tag verbrachte ich also in einer dunklen Kita: Kerzenschein im Flur und Büro (In Deutschland wahrscheinlich schwer vorstellbar, dauerhaft offenes Feuer im Flur zu haben J) und ausnahmsweise ohne Zähne putzen und ohne Klospülung. Was für ein unerwarteter Anfang für ein Auslandspraktikum, aber schon am nächsten Tag war der Strom und das Wasser wieder da und alle Rumänen, die ich gefragt habe, sagten mir, dass so etwas hier eigentlich noch nie vorgekommen wäre. Also kann ich mich nach diesem chaotischen Start hoffentlich ohne Einfluss von Naturextremen an das 3. Praktikum machen.

LEKTION Nr.1: Ich lerne daraus, wie unglaublich dankbar man eigentlich für Alltäglichkeiten, wie Strom und Wasser, sein darf!! J

Rebecca Arndt aus der Erzieher*innenklasse E18 absolviert ihr drittes Praktikum als Auslandspraktikum in Rumänien.

 

 

SOR-Aktionstag am 20.09.2017 – Eindrücke

 

Unser diesjähriger Aktionstag »Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage« (SOR/SMC) stand ganz im Zeichen der anstehenden Bundestagswahl. So war das Motto dementsprechend »Einmischen-mitmischen-Gesellschaft gestalten“. Es war ein bunter Tag, der viel Gelegenheit zum Nachdenken bot. Hier ein kurzer Überblick über den Tag:

D a s   W a h l l o k a l (von 08.30-15 Uhr)

Wer nicht wählen geht, darf nicht motzen!

 Vier Tage vor der eigentlichen Bundestagswahl konnte bereits in unserer Schule gewählt werden. Dazu hatten sich im Vorfeld die Sozialassistent*innen der Soz 32 intensiv mit dem Thema „Demokratie und Wahlen“ auseinandergesetzt. Es gab ein Wahllokal mit Wahlkabinen. Und es gab Listen aller wahlberechtigten Schüler*innen und Lehrer*innen. Das Ergebnis dieser schulinternen Wahl weichte eindrucksvoll vom Ergebnis der echten Bundestagswahl ab:  Weiterlesen

Wer, wie, was vorhat? – Gesprächsrunde mit Vertreter*innen politischer Parteien

Am 24. September ist Bundestagswahl und nicht allein aus diesem Grund steht das Jahr bei Campus unter dem SOR-Motto: „Einmischen/mitmischen: Gesellschaft gestalten!“. Wie schon vor vier Jahren, lädt unsere Schule Politiker*innen aus den größten Parteien ein. Sie sollen unseren Schüler*innen zu den Themen „Bildungspolitik“, „Soziales und Gesundheit“ und „Migration“ Rede und Antwort stehen. Zuerst sollen Sie sich positionieren und danach werden sie knallhart befragt. Für schüchterne Schüler*innen wird eine Twitter-Box herumgegeben, in diese ihre Fragen werfen und vorlesen lassen können.

Den Auftakt der Runde machte der Generalsekretär der Berliner FDP, Sebastian Czaja. Er stellte sich gestenreich und tapfer den Fragen der Schüler*innen. Allerdings wirkte er überrascht von der Menge der gestellten Fragen. Nicht auf alles konnte er zufriedenstellend antworten und gab schließlich zu, nicht in allen Themenbereichen Experte sein zu können. Das war ehrlich und wirkte sympathisch. Neben den von uns vorgegebenen Themen, interessierte unsere Schüler*innen besonders die Position zur Mietpreissituation in Deutschland und das Konzept des Bürgergeldes. Die FDP steht weiterhin für Deregulierung und Entbürokratisierung im Sinne eines unkomplizierten Staates. Ob das allerdings bei den derzeitigen Entwicklungen die beste Lösung sei, wurde von unseren Schüler*innen kritisch hinterfragt.

Dr. Laura Dornheim ist Kandidatin der Grünen Liste für die Bundestagswahl. Themenschwerpunkte von Frau Dr. Dornheim sind Digitalisierung und Geschlechtergerechtigkeit zwischen Männern und Frauen. Ihre Positionierung zu den vorgegeben Themen fiel zeitlich knapp aus. Daraus ergab sich aber mehr Zeit für die Fragerunde mit den Schüler*innen. Die Diskussion mit den Schüler*innen umfasste Fragen nach der Mietpreisbremse ebenso wie Fragen nach Konzepten für bessere Arbeitsbedingungen im sozialen Bereich. Laut Frau Dornheim fordern die Grünen grundsätzlich mehr Geld für den sozialen Bereich und eine höhere Besteuerung von „Superreichen“. Man mag gespannt sein, ob dies wirklich in die Tat umgesetzt werden würde.


Im Lauf der nächsten Wochen werden noch weitere Parteien eingeladen: die CDU, die SPD, die Piraten und die Linke. Alle sollen sich in ähnlicher Art und Weise positionieren und sich den Fragen unserer Schüler*innen stellen. Denn es geht uns nicht darum, Werbung für eine spezifische Partei zu machen. Stattdessen wollen wir die Vielfalt in unserer Parteienlandschaft präsentieren und darüber unsere Schüler*innen motivieren, durch ihre Stimme bei der nächsten Bundestagswahl die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Der eine oder andere mag sich fragen: Huch, da fehlt aber noch eine Partei. In der Tat wurde innerhalb des Lehrer*innenkollegiums recht kontrovers über die Frage diskutiert, ob auch die AfD eingeladen werden solle. Viele empfanden dies als unvereinbar mit unserem Engagement für „Schule ohne Rassismus“ und haben sich deshalb gegen eine Einladung der AfD ausgesprochen. Andere wiederum sehen die AfD als demokratisch wählbare Partei an, die man gleichberechtigt zu Wort kommen lassen müsse. Wir haben uns am Ende demokratisch gegen eine Einladung der AfD entschieden.

Da wir eine kritische Auseinandersetzung mit der AfD und dem damit verbundenen Rechtspopulismus aber dennoch wichtig und notwendig finden, wird Frank Metzger vom apabiz e.V. eingeladen, eine Gesprächsrunde zur AfD zu leiten. Einige kennen Herrn Metzger vielleicht sogar noch von einem Workshop auf unserem letzten SOR-Tag. In jedem Fall dürfen wir gespannt sein auf weitere heiße Gesprächsrunden, die uns hoffentlich dabei helfen, uns ein Bild von der Parteienlandschaft in Deutschland zu machen.

Rückblick auf den Kinotag in der Campus Berufsbildung e.V.

Es ist der 02.03.2017 um 8.30 Uhr in Schöneberg. Vor dem schlichten Kinobungalow mit dem Neonschriftzug Odeon versammeln sich mehr und mehr Schüler. Sie frösteln etwas, da der Zeitpunkt des Treffens von der Kino-AG auf eine Stunde vor dem Filmbeginn gelegt wurde. Das stößt bei der aktuellen Wetterlage nicht bei allen auf Begeisterung.

Als das Kino um 9 Uhr seine Pforten öffnet, werden es insgesamt 150 Schüler sein.

Das Kino mit der überraschend breiten Kinoleinwand bietet Platz für 359 Besucher. Es ist fast halb gefüllt, als die Kino-AG die Schüler über den Ablauf nach dem Film informiert. Die Kino-AG ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Schülern verschiedener Klassen, die freiwillig die Aufgabe übernommen haben, diesen Kinotag zu planen. Alle Schüler und Lehrer sollen am Ende des Filmes das Kino nur durch einen Eingang verlassen, sagen sie, und alle sollen ein farbiges Los entgegennehmen. Sie sind noch gar nicht richtig fertig mit dem Erzählen, als sich das Licht verdunkelt und der Film beginnt – „Die Blumen von gestern“.

Der Film provoziert schnell die ersten Lacher. Doch so einfach ist es nicht. Im Anschluss ergeben sich direkt die ersten Diskussionen. „Wie fandst Du den Film?“ „Ich weiß nicht.“ „Und Du?“ „Ich fand ihn richtig gut.“ „Und Du?“ „Oh, ich fand ihn ganz fürchterlich!“ Der Film polarisiert. Doch das kann ja auch fruchtbar sein für die anschließenden Workshops.

Nach dem Film begeben sich Schüler und Lehrer wieder in die Geneststraße und sind gespannt, was sie erwartet. Die Kino-AG hat das weitere Vorgehen etwas mysteriös gehalten. Die Workshops sind in Farben aufgeteilt. So gibt es Räume, deren Türen farblich markiert und mit einer Impulsfrage ausgestattet sind. Jeder Schüler und Lehrer weiß nun, wohin er oder sie gehen muss, da am Ende des Kinofilmes farbige Lose verteilt wurden. Die Workshops werden von Mitgliedern der Kino-AG moderiert. Es wird rege und manchmal sogar hitzig diskutiert und es entstehen Plakate, die am Ende des Tages im Schulkorridor ausgestellt werden:


Die Mitglieder der Kino-AG sind stolz auf das, was sie bewerkstelligt haben. Und das können sie auch. In einer Abschlusssitzung reflektieren sie den Tag unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Sie lassen sich nicht in die Karten gucken, überlegen aber bereits, was sie beim nächsten Kinotag besser machen können.

Wir sind in jedem Fall gespannt und sagen Danke an die Film-AG für die Planung und Danke an Herrn Eberhardt für die Unterstützung der Kino-AG.

Schule im Kino – Interview über die Arbeit der Film-AG

Ich sitze mit Nancy in der Küche. Nancy ist Auszubildende der Sozialassistenz und nun die „Medienbeauftragte“ der Film-AG. Die Film-AG ist eine Gemeinschaft von Schüler*innen verschiedener Klassen aus allen Ausbildungsbereichen der Campus Berufsbildung e.V. am Standort Südkreuz.
Freiwillig haben sie die Planung des Kinotags am 02.03.2017 übernommen.
Film-AG bei der Plaunung des Kinobesuchs
Die Zusammenarbeit in dieser Gruppe sei erstaunlich gut, sagt Nancy. Es gebe eine Vielzahl an guten Ideen und anregende Diskussionen über diese Ideen. Viele scheinen auch bereits Erfahrungen in der Organisation von Ereignissen gemacht zu haben. Man streite sich kaum und auch die Abstimmungen verliefen bisher problemlos.

Besonders erfreulich sei, sagt sie und lächelt dabei, dass kein/e Lehrer*in dazwischen quatsche. Das sei mal etwas anderes, was man ruhig öfter machen könnte.

Ich frage Nancy, wie die Film-AG auf den Film „Die Blumen von gestern“ gekommen sei. Nach einer kurzen Recherche im Kino-für-Schulen-Programm der Yorck-Kinogruppe, erinnert sie sich,  habe man sich sehr schnell auf diesen Film geeinigt. Ein Film, der sehr interessant, aber auch schwierig sein soll. Nancy sagt, dass sie sehr gespannt sei, wie die Schüler*innen den Film aufnehmen werden.

Es gebe natürlich auch Kritik im Vorhinein. Einige hätten sich darüber beschwert, dass die Schüler*innen den Eintritt selbst bezahlen müssten, obwohl durch Unterstützung des Fördervereines SoziAL e. V. der Unkostenbeitrag auf 2,-€ pro Schüler*in gesenkt werden konnte.

Auch die Auswahl des Films sei nicht von allen wohlwollend aufgenommen worden.  Aber von derartiger Kritik möchte sich die Film-AG nicht entmutigen lassen.

Nach unserem Gespräch, sagt Nancy, werde sich die Film-AG wieder zusammensetzen und die Workshops planen, die im Anschluss des Films stattfinden sollen. Das Kino-für-Schulen-Programm stelle zu jedem Film ein umfassendes Begleitmaterial zur Verfügung, das man nun für die Schüler*innen aufbereiten müsse.

Natürlich sei die Zeit sehr knapp, die die Film-AG von der Schule zur Verfügung gestellt bekommt. Das könnte man in Zukunft verbessern, sagt Nancy, aber ansonsten findet sie ihre Aufgabe sehr spannend und würde jederzeit wieder freiwillig eine solche übernehmen.

Sebastian Wala