Auslandspraktikum in Totnes (England)

Die Erzieherschülerin Nicole berichtete monatlich von ihrem fünfmonatigem Auslandspraktikum in einer Pre-School in Totnes (England).  Nun neigt sich diese Zeit voller wertvoller Erfahrung für sie dem Ende entgegen. Es ist Zeit für ein Abschlussresümee.

Hallo lieber Leser,

In weniger als zehn Tagen endet meine Zeit in England. Ja, ich kann es selbst kaum glauben, dass das Abendteuer bald vorbei sein wird. Die letzten sechs Arbeitswochen sind, in meinen Augen, viel zu schnell vergangen.


Ich habe in der englischen Pre-School, vergleichbar mit einem deutschen Kindergarten, sehr viele Eindrücke und Erlebnisse sammeln können. Die Kinder sind hier zwischen zwei und vier Jahren alt. In meiner Einrichtung hat jede Erzieherin Bezugskinder, die sie über den Tag betreut. Einmal am Tag kommen die Kinder zu ihren jeweiligen Bezugsgruppen zusammen, wo sie gemeinsam mit ihrer zuständigen Erzieherin eine Aktivität machen. In der Einrichtung bekommen die Kinder sehr viel Zeit zum Freispiel über den Tag zugesprochen. Innerhalb dieser Zeit bieten die Erzieher kleine Aktivitäten an, wo die Kinder selbst entscheiden dürfen, ob sie das Angebot ausprobieren möchten. Zwei Mal am Tag (Mittag und vor Schluss) kommen alle Erzieher und die Kinder der fünf Gruppen zu einem großen Gruppenkreis zusammen. Hier werden Neuigkeiten oder Anliegen besprochen, Lieder gesungen oder kleine Gruppenspiele gespielt. Die Aktivitäten und das Spielen sollen die Kinder unterstützen, ihre benötigten Fähigkeiten für ihr Alter zu erwerben und zu verbessern.

Ich erhielt einen tollen Einblick in das Tätigkeitsfeld eines englischen Erziehers. Ich habe festgestellt, dass ein kleiner Betreuungsschlüssel wesentlich dazu beiträgt, die Motivation und Gesundheit der Mitarbeiter zu stärken. Als Erzieher kann man viel individueller und spezifischer auf das Verhalten eines Kindes eingehen. Dank der guten Organisation im Team und dem kollegialen Arbeitsklima kam kaum Hektik oder Stress am Tag auf.

In all der Zeit in England lebte ich bei einer Gastfamilie. Ich bin wirklich froh, dass ich diese Familie bekommen habe. Ich war ihre erste Austauschschülerin, die aus Deutschland kam und über knapp fünf Monate bei ihnen blieb. Die Gasteltern nehmen schon seit ein paar Jahren Gastschüler auf und sind auf diesem Gebiet quasi Profis. Es gab nicht jeden Abend Fast Food zum Essen oder es gab keinen weiteren Gastschüler im Haus. Das ist nicht immer überall so, worüber ihr euch im Klaren sein müsst.

Ich bin sehr dankbar, dass die Gasteltern so entspannt waren, wenn es um das Thema Weggehen ging. Für sie ist es völlig normal, dass ihre vorherigen Gastschüler an einigen Abenden der Woche zum Pub mit anderen Studenten gegangen sind. In meinem Fall war es so, dass ich an einigen Wochenendtage unterwegs war. Die Eltern gaben mir sehr oft nützliche Tipps für meine Ausflüge auf dem Weg mit, was ich total cool fand.

Jetzt wartet mein Koffer darauf, dass ich so langsam anfange zu packen. Hoffentlich überschreite ich nicht die Kiloanzahl für meine Gepäckstücke! Zu Not schicke ich einen Karton mit allen übrigen Sachen an meiner Mama, welcher ich vorher weiß machen werde, sie erhält eine weitere Postkarte aus England. 😀

Bis bald zum letzten Eintrag

Alles liebe Nicole

 

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