Besuch des alten St. Matthäus-Friedhofes

Von Andrea Gehl

Die Soz 11 besuchte im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum Thema „Begleitung von Sterbenden“ den St. Matthäus Friedhof in der Großgörschenstraße in Schöneberg.

Der Friedhof wurde1856 im südlichen Tiergartenviertel gegründet.  Er gehört zu den bedeutendsten historischen Friedhöfen in Berlin.  Die kunsthistorischen Grabanlagen und die vielen Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, laden zu einem Besuch ein.
60 Gräber von Persönlichkeiten sind als Ehrengrabstätten des Landes Berlin ausgewiesen. Dazu gehören u.a. Jacob und Wilhelm Grimm, Minna Cauer, Adolf Diesterweg, Rudolf Virchow.

Die ehemalige St.Matthäus-Gemeinde war eine sehr wohlhabende Gemeinde und bevorzugt wohnten hier Bankiers, Fabrikanten, Wissenschaftler, Beamte, Künstler und Politiker.

Der Friedhof erlangte über die Gemeinde hinaus große Beliebtheit und musste mehrmals erweitert werden.

Zu einer teilweisen Zerstörung des Friedhofes kam es 1938/1939. Tausende Gräber mussten der Speerschen Hauptstadtplanung zur Anlage einer monumentalen Nord-Süd-Achse weichen. Die Gräber wurden eingeebnet oder auf den Südwestkirchhof in Stahnsdorf umgebettet. Ein Gedenkstein zeugt heute noch von dieser Tat. Zahlreiche Grabanlagen wurden auch während des zweiten Weltkrieges zerstört.

Mitte der 70er Jahre wurden umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen an kunst- und kulturhistorisch wertvollen Grabmälern durchgeführt. Auch wurden Patenschaften für historische Grabstätten vergeben.

Der Verein „Denk mal posit-HIV“ übernahm die Grabanlage des Rentiers Albert Streichenberg und richtete hier eine letzte Ruhestätte für Menschen ein, die an den Folgen von HIV-Infektionen und AIDS gestorben sind.

Der Förderverein EFEU e.V. unterstützt die Erhaltung und Pflege besonderer Grabstätten und realisierte wichtige Projekte, wie z.B. der „Garten der Sternenkinder“.

2006 wurde das „Cafe finovo“ (fin=Ende, novo=Neubeginn) am Eingang des Friedhofes eröffnet. Die Betreiber bieten neben Kaffee und Kuchen  auch Blumen zum Verkauf an und planen Veranstaltungen und Aktivitäten auf dem Friedhof. Das Cafe steht allen Menschen während der Friedhofsöffnungszeiten zur Verfügung und bietet den Besuchern die Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszuruhen und zu stärken. Es gibt auch Räume für Beisetzungsfeiierlichkeiten, Vorträge und Beratung, auch sind abwechselnde Ausstellungen zu sehen.

Hier einige Eindrücke der SOZ 11:

–         viele interessante Gräber

–         sehr gepflegter Friedhof

–         interessante Geschichte

–         sehr schön und orientiert

–         angenehme Atmosphäre und schön gestaltet

–         ein schöner Ort um zu trauern und Abstand zum hektischen Alltag zu nehmen

–         übersichtlich und in viele Bereiche eingeteilt

–         beeindruckend der Bereich der Sternenkinder

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