Unsere angehende Erzieherin hat Heimweh!

Liebe Blogleserinnen und Leser!

unsere angehende Erzieherin Juliane Werner hat Heimweh! Erfahren Sie mehr von ihrem Praktikums- und Lebensalltag in Plymouth.

Schon wieder Sonntag von Juliane Werner

Noch 8 Wochen und 7 Wochenenden.

Die Zeit vergeht verdammt schnell.                                                                                     Langsam wachsen mir meine Gastfamilie und auch die Kinder in meiner Einrichtung, das Team, ans Herz. Erste Abschiedsgedanken schwirren in meinem Kopf herum. Dennoch wächst aber auch meine Vorfreude auf das Zuhause, meine Familie und Freunde!

Mein Praktikum hier in Plymouth gibt mir Zeit, über meine Gewohnheiten nachzudenken.Ich bin jemand, der jeden Tag nach der Schule nach Hause kommt, etwas isst und sich danach bis in die späten Abendstunden zu Freunden gesellt.Hier komme ich nach der Arbeit nach Hause, warte auf mein Dinner und gehe dann bald schlafen. Am Wochenende treffe ich meistens meine Kollegen aus Deutschland. Viel Zeit zum Nachdenken, aber auch viel Zeit, um mich einsam zu fühlen.

Neue Umgebung = andere Wertvorstellungen.                                                                             Das soll jedoch nicht heißen, dass ich mein Leben in Deutschland hinter mir gelassen habe und ich mir selbst untreu werde. Nein!! Ganz im Gegenteil. Die Zeit hier gibt mir die Gelegenheit herauszufinden, was mir persönlich wichtig ist – auch im Sinne meiner pädagogischen Arbeit. Ich bin also gerade dabei, mich selbst besser kennen zu lernen.

Die Freiheit bekam von mir z.B. einen sehr hohen Stellenwert. Aber was heißt FREI SEIN?? Weit weg von zu Hause zu sein? Das klang am Anfang sehr verlockend und war einer der Gründe, warum ich das Auslandspraktikum wählte. Mittlerweile weiß ich allerdings mein Zuhause mehr zu schätzen. Das heißt nicht, dass es mir hier in meiner Gastfamilie schlecht geht. Es heißt, dass ich mich in meinem Zuhause einfach uneingeschränkter bewegen kann. Aber das ist ja normal, denkt sich jetzt der ein oder andere sicherlich.                                                                                                                             Nee, ich wohne in Deutschland noch bei Mutti und fand es mehr als nervig, sie ständig um mich herum zu haben, ihren Einblick in mein Leben und diese ständigen Fragen: „Na mein Kind, wie war dein Tag? Erzähl doch mal. Wo willst du denn hin? Wann kommst du wieder? Sehen wir uns morgen früh?“ Boar… nervig!! Ich hätte nie gedacht, dass mir diese Fragen mal fehlen werden. Meine Gastmutti fragt das auch, sie ist eben auch eine Mutti. Aber es ist doch anders. JA, ich vermisse trotz einer lieben Gastfamilie meine MAMA!!!

Ich bereue nicht einen einzigen Tag hier. Ich danke eher jeden Tag für die Erkenntnis, dass ich ein freier Mensch bin. Denn ich darf alleine entscheiden, welchen Weg ich gehen möchte und welche Konsequenzen ich aus dieser Entscheidung heraus zu erwarten habe.

Ich liebe mein Leben.

 

 

 

 

 

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