Nasse Pfingsten – fette Weihnachten

lautet eine alte Bauernregel. Ostern 2013 hingen tapfere bunte Ostereier an kahlen Sträuchern und versuchten sich gegen den Schnee zu behaupten. Auch der 50 Tage später folgende Feiertag – Pfingsten griechisch „pentekosté hemerá“ = 50. Tag nach Ostern – wird sich nicht durch Sonnenschein und blauen Himmel auszeichnen.

Aber bleiben wir optimistisch, denken wir an die oben genannte Bauernweisheit, die auch durch den deutschen Dramatiker und Lyriker Bertolt Brecht bestätigt wird:

„Pfingsten / sind die Geschenke am geringsten / während Oster, Geburtstag und Weihnachten / was einbrachten“.

Zum Trost sollen hier einige Pfingstbräuche genannt werden:

Der Pfingstochse

Wenn zu Pfingsten das Vieh erstmalig auf die Weide geführt wurde, geschah dies in Form einer Prozession.  An der Spitze des Zuges ging ein mit Bändern, Stroh und Blumen geschmückter Ochse – der Pfingstochse. In Altbayern und Österreich gibt es jedoch auch zweibeinige Pfingstochsen – jeder, der am Pfingstsonntag verschläft, gilt als Pfingstochse und wird je nach Region sogar öffentlich im Bollerwagen vorgeführt. (Ein Brauchtum, dass sich in Berlin glücklicherweise nicht durchgesetzt hat).

Der Pfingstbaum

Der Pfingstbaum ist ein Baum, der anstelle von Ästen mit Bändern und Fahnen geschmückt ist. Ganz oben auf dem Pfingstbaum befindet sich ein Kranz.

Die Pfingstmaien

Pfingstmaien sind frische Birkenzweige oder auch Birkenäste, mit denen zu Pfingsten die Häuser geschmückt werden. Sie gelten als Zeichen der Liebe und sollen die Fähigkeit haben, böse Geister zu vertreiben.

Das Pfingstfeuer

Mit dem Entzünden des Pfingstfeuers wird der Abschied von der Winterzeit gefeiert und der Frühling begrüßt. Früher wurden die Häuser mit Blumen und Birkenzweigen geschmückt und spezielle Pfingstlieder gesungen. Das Pfingstfeuer ist aber auch das Zeichen der Reinigung und Erleuchtung und steht als Symbol für den Heiligen Geist.

Bosheitsnacht

In Österreich und einigen Gegenden in Deutschland gilt die Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag als „Bosheitsnacht“ (auch Unruhenacht oder Störnacht). Eigentlich sollen in dieser Nacht böse Geister vertrieben werden, statt dessen triumphiert der Schabernack. Türklinken werden mit Zahnpasta bestrichen; Geschäftsschilder und Straßenschilder werden vertauscht und alle Dinge, die nicht niet-  und nagelfest sind, werden eingesammelt und öffentlich auf dem Marktplatz ausgestellt.

Aktuelles

Und, zum Schluss soll noch einmal daran erinnert werden, dass in Berlin wieder der Karneval der Kulturen am Pfingstsonntag seinen großen Umzug startet!

Frohe Pfingsten!

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