Altenpfleger? Nein, danke

Es überrascht mich immer wieder, die Behauptung zu hören, dass der Beruf einer Altenpflegerin/eines Altenpflegers nicht besonders anziehend und abwechslungsreich sei. Dazu seien die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen miserabel. Laut eines Artikels des Tagesspiegels ist dieser Beruf jedoch deutlich besser als sein Ruf.

In der Vergangenheit verdiente eine Altenpflegerin / ein Altenpfleger 2000 Euro Brutto. Das Brutto-Einstiegsgehalt ist jetzt auf 2300 Euro angestiegen. Diese Gehaltserhöhung sei allerdings auf eine Steigerung des Stellenangebots zurückzuführen. Darüber hinaus kann derjenige, der in diesem Beruf langjährig tätig ist, im Schnitt 2500 Euro Brutto verdienen. Das ist gar nicht schlecht, da eine Fachkraft in einer Arztpraxis nur 2000 Euro verdient.

Zudem gibt es Menschen, die denken, dass der Beruf eines Altenpflegers auf die Pflege und Betreuung hilfsbedürftiger alter Menschen reduziert sei. Natürlich muss die Pflege im Vordergrund stehen, aber die Tätigkeit hat noch andere interessante Facetten, die den Berufsalltag einer Altenpflegerin / eines Altenpflegers bereichern können. Wer sich für diesen Beruf entscheidet, hat nicht nur Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen, sondern kann aus vielfältigen Tätigkeitsfeldern, die besetzt werden könnten, wählen. Als Beispiele wären zu nennen:

•    eine Tätigkeit als Qualitätsbeauftragte/r in Heimen oder ambulanten Pflegeeinrichtungen,
•    eine Tätigkeit als Praxisanleiter/in in Heimen oder ambulanten Pflegeeinrichtungen,
•    eine Tätigkeit als Hygienebeauftragte/r in Heimen oder ambulanten Pflegeeinrichtungen,
•    die Übernahme von Fach- und Führungsaufgaben in den Einrichtungen für Altenpflege,
•    die Übernahme von Aufgaben im Personalmanagement, in der Einsatzplanung und der Ressourcenermittlung,
•    die Übernahme von Aufgaben im Qualitäts- und Risikomanagement,
•    die Übernahme von Aufgaben in Organisation und Controlling in Krankenhäusern und Altenpflegeinrichtungen,
•    die Übernahme von konzeptionellen und beratenden Funktionen in Verbänden, Krankenkassen und in der öffentlichen Verwaltung usw.

Es gibt kaum jemanden, der gleich in eine Führungsposition einsteigt, ohne vorher die entsprechenden Qualifikationen erworben zu haben.
Eine Altenpflegerin / ein Altenpfleger muss die richtigen Voraussetzungen mitbringen, um die oben genannten Positionen besetzen zu können. Das bedeutet Weiterbildung, Fortbildung oder sogar ein Studium im Bereich Gesundheits- und Pflegemanagement. Dieser Weg lohnt sich auf jeden Fall, denn für leitende Funktionen gibt es die entsprechend attraktiven Vergütungen!

Das negative Image des Berufs Altenpfleger ist nicht berechtigt. Die Bezahlung hat sich in den letzten Jahren verbessert und die Aussichten auf eine Einstellung als Altenpflegerin bzw. Altenpfleger sind sehr gut. Hinzu kommen vielfältige Berufsperspektiven, die nicht auf die körperliche Pflege eingeschränkt sind. Ferner können Altenpflegerinnen und Altenpfleger es sich leisten, einen potentiellen Arbeitgeber genauer unter die Lupe zu nehmen und kritisch zu beurteilen, ob die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsatmosphäre insgesamt gut sind.

Wer gern unter Menschen ist und sich vorstellen kann, im Altenpflegebereich zu arbeiten, kann eine Ausbildung als Altenpflegerin/Altenpfleger machen. Die Berufsfachschule für Altenpflege bietet Ausbildungen und Weiterbildungen im Bereich Altenpflege an und ermöglicht ihren Auszubildenden, eine berufliche Ausbildung mit einem Hochschulstudium
zu verbinden. Es ist schön und beruhigend zu wissen, dass es Berufe gibt, bei denen man sich keine Sorgen um den Arbeitsplatz machen muss.

Quelle: Krambeck, Sina: Helfende Hand. 12.02.2012. Abrufbar im Internet.                    URL: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/helfende-hand/v_print/6197684.html.Stand:14.05.2012

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