Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage

Eröffnungsrede der Schulleiterin Sabine Philbert-Hasucha am 21. September 2011

Ein herzliches Willkommen all denen die heute gekommen sind

Schüler, Lehrer, Dozenten, Mitarbeiter  – in weiblicher und männlicher Form

Ganz besonders begrüße ich unsere Gäste, die im Anschluss an meine kleine Einführung auch das Wort an Sie richten werden.  Ich begrüße

Frau Zabel  die Leiterin des Kompetenz Zentrums Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe,  Das Kompetenzzentrum beschäftigt sich mit Altenhilfe und Migration. Im Sinne politischer Arbeit, Aufklärung, Beratung und Information. Wir sind Kooperationspartner des Kompetenzzentrums und wollen gemeinsam die interkulturelle Öffnung der Altenhilfe voranbringen.

ich begrüße Herrn Hoffmeister:  Mitglied des Vorstandes des Campus Berufsbildung e.V.

und last not least wird FREMD, heute unter uns sein.

Der Anlaß unseres Zusammentreffens heute ist, das wir „Schule ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ (SOR-SMC) werden wollen. Wir sind übrigens die erste Berufsfachschule und Fachschule in Berlin, die an dieser Initiative teilnimmt.

Das Markenzeichen unserer Schule soll die Vielfalt sein. Vielfalt ist fruchtbar und Nährboden für vieles Neue, dass wollen wir gemeinsam Nutzen. Abneigungen gegen andere Kulturen, Sprachen, Sitten sollen hier keinen Platz finden. Sehen Sie sich um, hier auf dem Hof wird die Vielfalt sichtbar.

  • Wir haben Schüler im Alter von 18 bis 50 Jahre
  • Wir haben Männer in angestammten „Frauenberufen“
  • Unsere Schüler und Lehrer sind unterschiedlichen Herkunft
    • gut ¼ ist in einem anderen Land geboren oder hat eine andere Staatsbürgerschaft. 33 Staaten sind so in unserer Schule vertreten

Wir sind eine Schule für soziale Berufe: Erzieher, Sozialassistent und Altenpflege. Die Arbeit in diesen Bereichen erfordert Verständnis für den anderen, für seine Erfahrungen und seine Lebensumstände. Verständnis ist eine Grundvoraussetzung für soziales Handeln.

In unserer Schule wollen wir einen Umgang miteinander pflegen, der von Akzeptanz und Toleranz geprägt ist. Wobei Toleranz nicht als Gleichgültigkeit zu verstehen ist, sondern wir lassen gerade in den Dingen anderes Verhalten zu, die uns selbst etwas bedeutet: z.B.

  • einen anderen Glauben,
  • eine andere Art sich zu Kleiden,
  • anderes Essen und andere Tischsitten
  • andere Formen der Höfflichkeit

Akzeptanz und Toleranz sind dabei keine Einbahnstrassen, sondern Akzeptanz und Toleranz müssen von beiden Seiten füreinander ausgeübt werden.

Die Aktion „Schule ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ ist ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg zu einem verständnisvollen Umgang miteinander und der Verankerung des Konzeptes der Vielfalt an unserer Schule. Wir berücksichtigen diesen Schwerpunkt bereits

  • in unser Leitbild
  • im Qualitätsmanagement (Umgang mit Diskriminierung)
  • in der Lehrerfortbildung (Fortbildungsangebot: interkulturellen Kompetenz )
  • in der Ausbildung
    • jede neue Klasse hat Unterricht in interkultureller Sensibilisierung
    • und wir greifen Themen der kultursensiblen Pflege in der Ausbildung auf
  • nicht zuletzt wollen wir unseren Erziehern ein Auslandspraktikum ermöglichen.

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ soll das gesamte Spektrum der Diskriminierungen verdeutlichen und alle Beteiligten zu einer aktiven Rolle bei der Überwindung von Diskriminierungen anregen.

Die Idee zu „Schule ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ kam ursprünglich aus Belgien. 1988 wollten Schüler und Jugendarbeiter etwas gegen das Erstarken rechtsradikaler Parteien tun. Sie wollten aktiv gegen Diskriminierung und Rassismus eintreten. Über die Niederlande kam das Projekt schließlich 1995 nach Deutschland. Die Initiative war so erfolgreich, dass sie sich über Österreich, Spanien, Dänemark bis die USA verbreitete.

Das Projekt ist eine Initiative von und für Schüler unterstützt durch Lehrer und alle anderen Mitarbeiter der Schule, gegen alle Formen von Diskriminierung.

„Schule ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ geht uns alle an!

So haben den heutigen Auftakt des Projektes  Schüler, Lehrer und Mitarbeiter gemeinsam möglich gemacht.

Wir stehen erst am Anfang dieser Initiative. Heute wollen wir über das Projekt informieren und die Vielfalt unserer Schule präsentieren.

Wir tun das in Form von Plakaten, Gesprächen und kulinarischen Genüssen aus verschiedenen Regionen der Welt. Bekanntlich geht Liebe durch den Magen und so wollen wir die Liebe zu anderen Gebräuchen und Erfahrungen wecken. Vielfalt ist spannend zu erleben, man kann immer Neues entdecken und im Austausch entsteht Neues sehr viel leichter, als wenn man im eigenen Saft schmort.

Damit wir anerkannte „Schule ohne Rassismus – Schulen mit Courage“  werden können benötigen wir die Zustimmung von 70% aller an unserer Schule Beteiligten: Schüler, Dozenten, Mitarbeiter, das wären ca.350 Unterschriften. Oben im Pausenraum hängen die Unterschriftenlisten aus und wir bitten jeden, der dieses Projekt befürwortet, dies durch seine Unterschrift zu bekunden.

Eine weitere Anforderung, um anerkannte Schule „Schule ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ zu werden ist, dass wir für uns einen Paten finden. Auch dies soll heute stattfinden, Die Vorschläge hängen im Pausenraum aus und jeder kann seinen Favoriten wählen. Die Person mit den meisten Stimmen wird dann angefragt werden, ob sie bereit wäre unser Pate zu sein.

Die dritte wichtige Aktivität des heutigen Tages ist die Gründung einer festen Arbeitsgruppe „Schule ohne Rassismus – Schulen mit Courage“. Interessenten können sich im Pausenraum melden, am Ende der heutigen Aktion gegen 14:30 werden wir die Mitglieder der Arbeitsgruppe bekannt geben. Die Arbeitsgruppe erhält übrigens Unterstützung vom Schulnetzwerk Schule ohne Rassismus.

Alles weitere werden Sie oben in unserer Schule erleben und erfahren. Ich wünsche Ihnen einen interessanten, informativen und diskussionsreichen Schulnachmittag.

 

 

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