Virtuelle Netzwerke

Sich Kontakte zu schaffen funktioniert in virtuellen Netzwerken innerhalb weniger Minuten. Ob es aber gelingt, Einsamkeit mit Chats, Foren und privaten Nachrichten bekämpfen, ist fraglich. Denn wenn erst die Isolation im realen Leben den Weg ins virtuelle soziale Netz bahnt, wird der Mangel an echten Freunden eher noch größer, wie Shima Sum von der Universität Sydney und ihre Kollegen 2008 bei Senioren zeigten. Wer aber „Communities“ nutzt, um seinen Bekanntenkreis zu pflegen, der hat mit dem Computer ein probates Mittel gegen Einsamkeit. Das gilt aber nicht nur für Senioren, sondern einer holländischen Studie zufolge auch für Jugendliche.

Facebook in Deutschland zählt nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Mitglieder. Ob mit seiner Hilfe aus schüchternen, in sich gekehrten Menschen große Netzwerker werden? Möglicherweise liefern bald MRI-Bilder Hinweise. Dass jedoch die Wertschätzung virtueller Netzwerke nicht auf Ewigkeiten angelegt ist, zeigen Daten des „Center for Digital Future“ der Universität von Southern California. 2010 hatten sie für 38 Prozent der Männer unter 40 eine genauso große Bedeutung wie Kontakte im „Real Life“. Noch weit wichtiger sind sie für Frauen: Dort beträgt die entsprechende Quote 67 Prozent. Wie schnell sich das ändern kann, demonstriert ein Vergleich zum Jahr 2007. Damals waren die Verhältnisse fast genau umgekehrt.

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