Archiv für den Monat: März 2011

Berufsalltag

Pflege zwischen Realität und Ideal

Unser Film entstand im September 2010 anlässlich des Tages der offenen Tür in unserer Schule, Campus Berlin.

Nach anderthalb Jahren in der Altenpflegeausbildung wurde uns der Unterschied zwischen dem theoretischen Idealbild der Pflege und der Pflegepraxis, in der wir regelmäßig in verschiedenen Praktika arbeiteten, immer deutlicher.

In diesem Film wird dargestellt, wie ein Tag im Pflegeheim ablaufen kann. Wir wollten dabei verdeutlichen, wie sehr ein Patient dem Pflegepersonal ausgeliefert ist.

In der Schule lernen wir die Bedürfnisse des alten Menschen ernst zu nehmen und sie zu akzeptieren. Nun liegt es an uns, unsere Handlungen im täglichen Berufsalltag zu reflektieren und es nicht zu solchen Zuständen kommen zu lassen.

Grit Krause, Gabriele Ullmann, Axel Krause

Hier geht es zum Film „Berufsalltag“

Menscheln im Mandelkern

Wer viele Artgenossen um sich hat, braucht ein größeres Gehirn, um alle diese Beziehungen zu steuern. Das behauptet die „Social-Brain“-Theorie. Dass die Größe der Amygdala ein Mass für Kontaktfreudigkeit beim Menschen ist, zeigten nun US-Hirnforscher.

Facebook, Xing und StudiVZ machen es möglich, Kontakte zu Kollegen und Freunden zu halten und neue mit zwei Mausklicks zu knüpfen. Wer im Beruf vorwärts kommen will, für den gibt es nur eins: Networking. Wer extrovertiert ist und sich nicht scheut, auf fremde Menschen zuzugehen, der hat es leichter. Noch haben die Genomanalysten die Gene für diese Charaktereigenschaft nicht gefunden, für die Neurologen scheint sich aber ein großer Freundes- und Bekanntenkreis auch im Netzwerk des zentralen Nervensystems widerzuspiegeln. Wer gut verknüpft ist, dessen Amygdala ist größer als der Durchschnitt. Das zeigen die Bilder von Lisa Feldman Barrett aus Boston.

Ihre Ergebnisse unterstützen die „Social Brain Hypothese“. Nach dieser Theorie geht die Größe des Gehirns mit der zunehmenden Komplexität des Beziehungsnetzwerks um jedes Individuum einher. Um alle Kontakte und deren Anforderungen zu managen, braucht es ein ebenso komplexes Datenverarbeitungszentrum. Im Zentrum des limbischen Systems sitzt dabei der Mandelkern (= Amygdala), der unsere Sinneseindrücke bewertet und uns sagt, was gut und böse, erfreulich und unerfreulich ist.

Wenig Kontakte – kleiner Mandelkern

Was die Forschergruppe jetzt beim Menschen gefunden hat, war Hirnforschern schon früher bei Affen aufgefallen. Je größer und komplexer das Netzwerk in der Horde, desto mehr nahm auch das Volumen der Amygdala zu. Auch bei anderen Tierarten scheint die Regel zu gelten: Wer in der Gruppe lebt, braucht nicht nur ein ausgereiftes Sehzentrum, das die visuellen Eindrücke verarbeitet, sondern auch Verknüpfungen, um die ankommenden Daten einzuordnen.

Wenn die Anatomie zwischen Arten mit intensivem Sozialleben und Einzelgängern unterscheiden kann, gilt das auch für verschiedene Charaktertypen beim Menschen? Für die Antwort auf diese Frage suchten sich Barrett und ihr Team 58 Männer und Frauen im Alter zwischen 19 und 83 mit unterschiedlich großem Bekannten- und Freundeskreis. Die Wissenschaftler interessierten sich aber nicht nur für die Anzahl der regelmäßigen Kontakte ihrer Probanden, sondern auch, aus wie vielen verschiedenen Kreisen diese sich rekrutierten. Unter allen untersuchten Gehirnregionen zeigte nur der Mandelkern die Abhängigkeit zwischen anatomischer Größe in der Kernspintomografie und dem sozialen Netzwerk. Bei intensiv verbandelten Frauen und Männern errechnete der Computer mitunter das doppelte der 2,5 Kubikmillimeter der eher Einsamen, die weniger als fünf bis fünfzehn regelmäßige Kontakte angaben.

Amygdala-Schaden nimmt die Scheu

Im Alter nehmen die Kontakte eher ab. Das zeigte sich in der Statistik und in der Amygdala-Größe. Unklar bleibt aber dennoch, ob die Größe dieses Emotions-Netzwerks Ursache oder Folge vieler Kontakte ist. „Menschen unterscheiden sich in ihrer Fähigkeit“, so meint Lisa Feldman Barrett, „Namen und Gesichter mit Ereignissen in Zusammenhang zu bringen. Jemand mit einer großen Amygdala könnte sich bei der Erinnerung dieser Einzelheiten leichter tun.“

Dass der Mandelkern im Umgang mit anderen Menschen eine zentrale Rolle spielt, ist nicht neu. Ein Mitarbeiter aus der Gruppe des bekannten amerikanischen Neurologen Antonio Damasio beschrieb vor einigen Jahren den Fall einer jungen Frau mit einer beidseitigen Läsion dieses Nervenzentrums, die jegliche Scheu vor anderen Menschen verloren hatte. Selbst furchteinflößenden Gesichtern brachte die Frau großes Vertrauen entgegen.

Eine Studie von Masahiko Haruno und Christopher Frith gibt ebenfalls Aufschluss über die Steuerung unseres Bekanntenkreises im zentralen Nervensystem. An der Aktivität der Amygdala konnten die beiden Forscher diejenigen ihrer Probanden erkennen, die beim Handeln mehr auf Fairness als auf den eigenen Vorteil achteten. Und schließlich stellte schon im Jahr 2002 Turhan Canli aus New York fest, dass kontaktfreudige Menschen den aktiveren Mandelkern haben.

Mehr Pflegebedürftige

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland ist zwischen 1999 und 2009 um 16 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden mit. Im Dezember 2009 waren danach 2,34 Millionen Bürger pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes, 322.000 mehr als bei der ersten Erhebung im Jahr 1999 und 91.000 mehr als im Dezember 2007.

Insgesamt 83 Prozent der Pflegebedürftigen war laut der jüngsten Erhebung 65 Jahre und älter, 35 Prozent über 85 Jahre alt. Vollstationär betreut wurde ein knappes Drittel (717.000), über zwei Drittel (1,62 Millionen) wurden in den eigenen vier Wänden versorgt. Von ihnen erhielten wiederum 1,07 Millionen lediglich Pflegegeld und wurden so vermutlich allein von Angehörigen gepflegt. Weitere 555.000 Pflegebedürftige wurden im Privathaushalt von einem ambulanten Pflegedienst versorgt.

Gegenüber 2007 wurden laut der Erhebung 10,1 Prozent mehr Pflegebedürftige durch ambulante Pflegedienste versorgt, die vollstationäre Pflege nahm um 4,6 Prozent zu, die Zahl der Menschen, die ausschließlich Pflegegeld empfingen stieg um 3,1 Prozent.
Weitere Informationen zur Pflegestatistik 2009 des Statistischen Bundesamtes können kostenfrei online abgerufen werden. Eine Vorausberechnung zur möglichen zukünftigen Entwicklung der Pflegebedürftigkeit haben die Statistischen Ämter von Bund und Ländern in der Publikation „Demografischer Wandel in Deutschland, Heft 2: Auswirkungen auf Krankenhausbehandlungen und Pflegebedürftige im Bund und in den Ländern“ veröffentlicht.

Betreuungsangebot an Schulen

Im Rahmen des Hartz IV Kompromisses wurde eine Erweiterung des Betreuungsangebotes an Schulen beschlossen. Neben sozialen Schwierigkeiten haben Jugendliche auch viele gesundheitliche Probleme, von Fehlernährung über Bewegungsmangel und Drogenkonsum bis hin zu mangelnden Kenntnissen bzgl. Safer Sex, so Wagner weiter. Deshalb fordert der der deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) die Kommunen auf, künftig auch Gesundheits- und (Kinder)-Krankenpfleger/innen – insbesondere aber Familiengesundheitspfleger/innen – an Schulen zu beschäftigen. International hat sich das Modell ‚School Nurse‘ als frühzeitige und wirksame Gesundheitsförderung sehr bewährt. Mit ihrer Fachkompetenz zu Gesundheitsverhalten, Primärprävention, aber auch der besonderen Belange behinderter Schüler/innen können die Pflegeexperten einen wichtigen Beitrag zu mehr Gesundheit, individueller Betreuung und damit dem Schulerfolg leisten. Der Bundesgesetzgeber sollte die Möglichkeit schaffen, neben Sozialarbeitern auch Gesundheits- und (Kinder)-Krankenpfleger/innen aus dem Bildungsbudget zu finanzieren.

Virtuelle Netzwerke

Sich Kontakte zu schaffen funktioniert in virtuellen Netzwerken innerhalb weniger Minuten. Ob es aber gelingt, Einsamkeit mit Chats, Foren und privaten Nachrichten bekämpfen, ist fraglich. Denn wenn erst die Isolation im realen Leben den Weg ins virtuelle soziale Netz bahnt, wird der Mangel an echten Freunden eher noch größer, wie Shima Sum von der Universität Sydney und ihre Kollegen 2008 bei Senioren zeigten. Wer aber „Communities“ nutzt, um seinen Bekanntenkreis zu pflegen, der hat mit dem Computer ein probates Mittel gegen Einsamkeit. Das gilt aber nicht nur für Senioren, sondern einer holländischen Studie zufolge auch für Jugendliche.

Facebook in Deutschland zählt nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Mitglieder. Ob mit seiner Hilfe aus schüchternen, in sich gekehrten Menschen große Netzwerker werden? Möglicherweise liefern bald MRI-Bilder Hinweise. Dass jedoch die Wertschätzung virtueller Netzwerke nicht auf Ewigkeiten angelegt ist, zeigen Daten des „Center for Digital Future“ der Universität von Southern California. 2010 hatten sie für 38 Prozent der Männer unter 40 eine genauso große Bedeutung wie Kontakte im „Real Life“. Noch weit wichtiger sind sie für Frauen: Dort beträgt die entsprechende Quote 67 Prozent. Wie schnell sich das ändern kann, demonstriert ein Vergleich zum Jahr 2007. Damals waren die Verhältnisse fast genau umgekehrt.

Die Campus-Korken

Vor Kurzem übergab Herr Detlev Hoffmeister, Campus-Geschäftsführer, rund 20 Kubikmeter Kork an Herrn Wolfgang Frenz, den Vertreter der Diakonie Kork. Jetzt stehen die 30 Riesensäcke mit Korken im Campus-Lager am Spandauer Zitadellenweg für die Abfahrt bereit. Ziel des Transports sind die Werkstätten der „Diakonie Kork“ in Kehl am Rhein, Ortsteil Kork. Zwölf behinderte Menschen produzieren hier aus dem Rohstoff das Dämmstoffgranulat „RecyKork“. Sie freuen sich auf das Sammelgut aus Berlin, denn der Rohstoff ist knapp, ihre Arbeitsplätze hängen an diesem wertvollen Ausgangsmaterial. Seit 1991 wurden hier bereits 1,5 Milliarden Korken zu Dämmmaterial recycelt.

Die 20 Jugendlichen aus dem Campus-Projekt „Kork“, das vom JobCenter Spandau unterstützt wird, sammeln die Korken berlinweit in selbst gefertigten Boxen. Inzwischen umfasst ihr Sammelsystem bereits über 150  Lebensmittelfilialen. Die Jugendlichen holen dort regelmäßig die Korken ab. Dabei kommen sie mit den Mitarbeitern ins Gespräch und stellen sich bei dieser Gelegenheit als Arbeitssuchender vor. So ist schon mancher Jugendliche an eine Ausbildung oder an einen Job im Handel gekommen. Die Jugendlichen fühlen sich gut dabei, dass ihre Tätigkeit Sinn macht für den Erhalt von Arbeitsplätzen und für den Klimaschutz. Hardy Krüger, ein Jugendlicher mit Sammelleidenschaft, weiß dazu:

„Kork wird von Korkeichen gewonnen, die in Ländern wie Spanien, Portugal oder Algerien wachsen. Korkeichen können im Alter von 25 Jahren das erste Mal geschält werden. Danach dauert es mindestens 7 Jahre, bis eine neue Ernte der Rinde erfolgen kann. Nur bei einer solch schonenden Nutzung kann eine Korkeiche 150 Jahre alt werden. Kork wird unter anderem als Wand- und Fußbodenplatten, Pinnwände, Untersetzer, allg. Dichtungen, Gebäudeisolierung, Korktapete und

viele andere Gegenstände im Haushalt und Industrie verwendet.

 

Vielleicht entdecken ja auch Sie die Campus-Kork-Recycling-Behälter in Ihrer Supermarktfiliale.“

„Bildungsscheck Brandenburg“

Das Land Brandenburg unterstützt auch in diesem Jahr Beschäftigte bei einer beruflichen Weiterbildung mit bis zu 500 Euro. Das Förderprogramm „Bildungsscheck Brandenburg“, das 2009 startete und zunächst bis Ende 2010 befristet war, wird fortgesetzt. Das teilte Arbeitsminister Günter Baaske Ende Januar in Potsdam mit. Insgesamt stehen 2,9 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes zur Verfügung. Bislang wurden über 2.000 Bildungsschecks ausgestellt.

Der „Bildungsscheck“ richtet sich an alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in Brandenburg wohnen. Den Lehrgang kann man sich selbst aussuchen. 70 beziehungsweise 90 Prozent der Kursgebühren, maximal 500 Euro, werden vom Land getragen. Lediglich mindestens 10 Prozent Eigenanteil tragen Beschäftigte in Elternzeit, Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Bundesprogramm „Kommunalkombi“ sowie Beschäftigte mit ergänzendem Leistungsbezug nach SGB II – sogenannte Aufstocker; alle anderen Beschäftigten beteiligen sich mit mindestens 30 Prozent. Der Zuschuss kann bis zu zweimal im Jahr beantragt werden.

Informationen zum Förderprogramm und Hilfe bei der Suche nach passenden Kursangeboten:

Tel.. 0331/6002-333 | Landesagentur für Struktur und Arbeit (LASA) und www.bildungsscheck.brandenburg.de

Absolventenpreisträgerin im Interview

Am 18. Februar 2011 gab es in den Campus Berufsfachschulen in der Friedrichstraße einen besonderen Anlass. Der pädagogische Direktor Professor Dr. E. Meumann und die Schulleiterin, Diplom-Lehrerin S. Wollentin überreichten 29 Schülerinnnen und Schüler, die die zweijährige kaufmännische Ausbildung in den Fachrichtungen Betriebswirtschaft bzw. Fremdsprachen erfolgreich absolvierten, den staatlich anerkannten Berufsabschluss.

Frau Melanie Kljucevsek stand Campus nach der feierlichen Zeugnisübergabe für ein kurzes Interview zur Verfügung.

 Campus: Frau Kljucevsek, zwei Jahre sind schnell vergangen. Geben Sie uns doch ein paar Eindrücke der vergangenen Jahre.

Frau Kljucevsek: Es waren zwei sehr intensive, aber auch schöne Jahre hier bei Campus. Das freundschaftliche und hilfsbereite Verhältnis unter meinen Mitschülerinnen und –schülern war einfach großartig und ich erlebte eine angenehme Lernatmosphäre bestärkt durch die fachlich kompetenten Lehrkräfte, die mit ihrer lockeren Art auf die Schülerinnen und Schüler eingehen. Es wird in den Campus Berufsfachschulen nicht nach Schema F unterrichtet, sondern Beispiele aus dem täglichen Leben zum Verständnis angegeben. Ich hatte eine unvergessliche Zeit hier.

Wie empfanden Sie persönlich das modulare Unterrichtssystem unserer Schulen?

Das modulare Unterrichtssystem war zunächst neu für mich, jedoch empfand ich diese Lernmethodik als förderlich, da kaufmännische Prozesse wesentlich intensiver und letztendlich auch erfolgreicher vermittelt werden konnten.

Ein kurzer Blick in die Zukunft. Wie sehen Ihre Pläne nach der Ausbildung aus?

Einige meiner Mitschüler sind bereits im Ausland oder planen zu gehen, aber ich bleibe in Berlin.
Beruflich möchte ich kaufmännisch tätig sein. Ich kann mir aber auch vorstellen, mit Kindern zu arbeiten und es wäre großartig, wenn ich diese beiden Dinge verbinden könnte.
Ich bin da sehr zuversichtlich und freue mich auf eine neue Herausforderung.
Ich wünsche allen Schülerinnen und Schüler an den Campus Berufsfachschulen viel Erfolg und Spaß.Vielen Dank für die schöne Zeit.

Vielen Dank, Frau Kljucevsek.
Wir wünschen Ihnen beruflich wie auch privat viel Erfolg.